„Man sitzt beim Abendessen mit charmanten Leuten in einem Speisesaal wie jedem anderen. Doch man weiß, dass die Gastgeberin einen Sohn verloren hat und dass ihre Schwester im Krieg von 1973 Kinder verloren hat. Es gehört zum jüdischen Leben dazu, dass man sein Recht auf Leben nicht als selbstverständlich ansehen darf.“
Mitte der 1970er-Jahre besuchte Saul Bellow Israel, und „ Nach Jerusalem und zurück“ ist sein Bericht über diese Zeit. Er tauchte tief in die Landschaft und Kultur des Landes ein und schilderte die Meinungen, Leidenschaften und Träume von Israelis unterschiedlichster Herkunft – vom Premierminister Rabin über den Schriftsteller Amos Oz und den Herausgeber einer arabischsprachigen Zeitung bis hin zu einem Kibbuznik, der aus dem Warschauer Ghetto geflohen war, und dem Barbier in Bellows Hotel. Durch Betrachtungen, die von Geschichte und Literatur geprägt sind, fügt er seine eigenen Reflexionen über das Judentum im 20. Jahrhundert hinzu. Bellows Erkundung einer schönen und zugleich unruhigen Stadt ist ein eindrucksvolles Zeugnis des einzigartigen Geistes und der Herausforderungen Israels, seiner Geschichte und seiner Zukunft.