Der Kampf für Gleichberechtigung beginnt auf der Straße.
Die Geschichte der Ungleichheit ist lang und schrecklich. Und sie ist noch nicht zu Ende. Kurz, prägnant und erschütternd erzählt „Der Krieg der Armen“ die Geschichte einer brutalen Episode der Geschichte, die zwar nicht so bekannt ist wie andere Volksaufstände, aber erzählt werden muss.
Europa im 16. Jahrhundert: Die protestantische Reformation stellt sich den Mächtigen und Privilegierten entgegen. Bauern und arme Stadtbewohner, denen immer noch die Gleichheit im Himmel versprochen wird, beginnen sich zu fragen: Warum nicht schon jetzt, hier auf Erden?
Es folgte ein heftiger Kampf. Aus diesem Chaos trat Thomas Müntzer hervor: eine vielschichtige und umstrittene Persönlichkeit, die sich weder Martin Luther noch der römisch-katholischen Kirche anschloss. Müntzer wandte sich direkt an die Armen und forderte sie auf, zu fragen, warum ein Gott, der die Armen angeblich liebte, auf der Seite der Reichen zu stehen schien.
Eric Vuillard erzählt die Geschichte eines Mannes, dessen tragisches und zugleich romanhaftes Leben die Zeit, in der er lebte, erhellt – eine Zeit des Umbruchs in Europa. Wie schon in seiner schonungslosen Analyse der Vorgeschichte des Zweiten Weltkriegs, „Die Tagesordnung“, führt uns Vuillard auch hier hinter die Kulissen eines historischen Moments.