Im Jahr 2006 machte eine bunte Gruppe von Bankern, Händlern und Brokern einiger der größten Finanzinstitute eine erschreckende Entdeckung: Der Libor – der London Interbank Offered Rate, der die Zinssätze für Billionen von Krediten weltweit bestimmt – wurde täglich von einer kleinen Gruppe leicht manipulierbarer Verwalter festgelegt. Diese konnten enorme Gewinne erzielen, indem sie den Libor um Bruchteile eines Prozents anpassten, um ihre Handelsportfolios zu optimieren. Tom Hayes, ein brillanter, aber problembeladener Mathematiker, wurde zum Dreh- und Angelpunkt einer wilden Allianz, zu der auch ein eigenwilliger französischer Händler mit dem Spitznamen „Gollum“ gehörte; der Broker „Abbo“, der sich beim Trinken gerne öffentlich entblößte; ein nervöser kasachischer Hühnerzüchter namens „Derka Derka“; ein Broker namens „Village“ (kurz für „Dorfidiot“), der horrende Spesenabrechnungen anhäufte; ein Manager namens „Clumpy“ aufgrund seines fleckenförmigen Haarausfalls; und ein Broker mit dem einfallslosen Spitznamen „Big Nose“, der einst Halbprofiboxer gewesen war. Diese Gruppe schuf unglaublichen Reichtum – bis alles auf spektakulär bösartige und hinterhältige Weise auseinanderbrach.
Mit exklusivem Zugang zu Schlüsselfiguren und Beweismaterial, Das Spinnennetzwerk ist nicht nur ein mitreißender Bericht über den Betrug, sondern auch eine provokante Untersuchung eines Finanzsystems, das von Anfang bis Ende korrupt war.