Ein mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneter Biograf gibt eine Sammlung von Alain Lockes einflussreichen Essays über die Bedeutung des schwarzen Künstlers und der schwarzen Vorstellungskraft heraus.
Ein Penguin-Klassiker
Monatelang rang der Philosoph Alain Locke mit der Frage, ob die Afroamerikaner Amerikas drängendstes Problem seien. Er fragte sich, wie Afroamerikaner sich selbst sehen sollten, angesichts der neuen Generation von Dichtern, Romanautoren und Kurzgeschichtenschreibern, die 1924 über ihre Erfahrungen als Schwarze in Amerika schrieben. Er wollte Harlem und die afroamerikanische Literatur nicht als bloßen Protest gegen Rassismus darstellen, noch wollte er sich auf die soziologische Perspektive des „Negerproblems“ und Harlem als Ort von Kriminalität, Armut und dysfunktionalem Leben konzentrieren. Er suchte nach einer neuen Sprache und einer neuen Art und Weise, wie Schwarze über sich selbst denken konnten. Die in diesem Band von Lockes Pulitzerpreisträger-Biografen versammelten Essays und Artikel sind das Ergebnis dieser neuen Haltung und des Bemühens, die „Ästhetik des Neuen Schwarzen“, wie Stewart sie hier nennt, im Bewusstsein des 20. Jahrhunderts zu verankern. Ein „New Negro“-Poet, -Romancier, -Schauspieler, -Musiker, -Tänzer oder -Filmemacher zu sein bedeutete, sich einem Weg der Selbstfindung zu verschreiben – der Suche nach dem, was und wer der Schwarze war und sein würde –, ohne die Angst, weiße oder schwarze Beobachter zu enttäuschen. Locke argumentierte, dass man auf diesem Weg ein Dasein in der Welt entdecken würde, das reich und voller kreativer Möglichkeiten sei, vorausgesetzt, Schwarze könnten den Lärm des Rassismus ausblenden und sich selbst so sehen, wie sie wirklich sind: eine Welt kreativer Menschen, die die Kultur all jener Orte, an die sie Geschichte oder gesellschaftliche Kräfte geführt haben, kraftvoll und nachhaltig verändert haben.