Die kleine Stadt, in der die Zeit stehen blieb und Die haarige Geschichte schildern den Lebensrhythmus in einem ländlichen tschechoslowakischen Dorf der 1930er und 1940er Jahre, das sich um eine altehrwürdige kommunale Brauerei gruppiert. Maryska, mit ihrer temperamentvollen Persönlichkeit und ihrem wehenden, ungebändigten Haar, wenn sie Fahrrad fährt, stört den stillen Konservatismus der Stadt und fordert sogar die sanfte Autorität ihres Mannes Francin, des Brauereileiters, heraus.
Als die Welt auf die Umwälzungen des Zweiten Weltkriegs und die spätere kommunistische Herrschaft zusteuert, scheint das Dorf zunächst von den Turbulenzen abgeschirmt zu sein. Doch der Wandel kommt schleichend und verändert das Leben von Maryska, ihrer Familie und den Brauereiarbeitern. Von Maryskas impulsivem Haarschnitt, der die Stadtbewohner schockiert, bis hin zu Onkel Pepins feurigen Ausbrüchen und komischem Möbelzertrümmern fängt Bohumil Hrabals Erzählkunst die Exzentrizität, den Humor und die Zärtlichkeit des kleinstädtischen Daseins ein.
Mit Witz und Melancholie bilden diese miteinander verknüpften Erzählungen eine liebevolle Elegie auf eine schwindende Lebensweise und bestätigen Hrabals Talent, die Schönheit in gewöhnlichen Momenten und den unaufhaltsamen Lauf der Zeit festzuhalten.