Julian Treslove, ein beruflich unscheinbarer und enttäuschter BBC-Mitarbeiter, und Sam Finkler, ein bekannter jüdischer Philosoph, Schriftsteller und Fernsehmoderator, sind alte Schulfreunde. Trotz eines angespannten Verhältnisses und sehr unterschiedlicher Lebenswege haben sie nie ganz den Kontakt zueinander – oder zu ihrem ehemaligen Lehrer Libor Sevcik, einem Tschechoslowaken, der sich stets mehr für die Welt außerhalb der Schule als für Prüfungsergebnisse interessierte – verloren. Nun sind sowohl Libor als auch Finkler seit Kurzem verwitwet, und zusammen mit Treslove, dessen wechselhaftes Liebesleben ihn quasi zum dritten Witwer macht, speisen sie in Libors elegantem Apartment im Zentrum Londons. Es ist ein bittersüßer Abend voller Erinnerungen, an dem sich alle drei in eine Zeit zurückversetzen, bevor sie geliebt und verloren haben; in eine Zeit, bevor sie Kinder hatten, vor dem Schmerz der Trennung, bevor sie etwas so sehr schätzten, dass sie den Verlust fürchteten. Vielleicht ist es besser, durchs Leben zu gehen, ohne jemals Glück zu erfahren, weil man dann weniger zu betrauern hat? Treslove findet genug Tränen für die unerträgliche Trauer über den Verlust seiner beiden Freunde. Und genau an diesem Abend, um Punkt 23:30 Uhr, als er auf dem Heimweg einen Moment vor dem Fenster des ältesten Geigenhändlers des Landes zögert, wird er angegriffen. Danach wird sich sein gesamtes Selbstverständnis langsam und unaufhaltsam verändern.