„Mesocosm“ untersucht den Hinduismus in seiner vollendetsten Form als symbolisches System zur Organisation des Lebens einer besonderen Stadtform – einer, wie der Autor sie nennt, „archaischen“ Stadt. Das Werk bietet eine detaillierte Beschreibung und Analyse der Symbolwelt von Bhaktapur, einer Stadt mit einer einzigen Kultur im Kathmandutal, die möglicherweise das letzte erhaltene Beispiel einer einst in der Antike weit verbreiteten Organisationsform darstellt.
Robert Levy betrachtet Bhaktapur als einen strukturierten „Mesokosmos“, der zwischen dem Mikrokosmos des individuellen Selbstverständnisses und dem Makrokosmos des kulturell konzipierten größeren Universums vermittelt. Die Stadt ist eine abgegrenzte Einheit, die auf einem fein unterteilten und miteinander verbundenen, sakralisierten Raum gründet. Sie nutzt diesen Raum, die durch ein komplexes Kastensystem zugewiesenen Rollen, ein semantisch differenziertes Pantheon sowie die Rhythmen und Formen des Festjahres und der Übergangsriten, um einen „bürgerlichen Tanz“ zu inszenieren – ein Netz der Kommunikation und Belehrung, das die Erfahrung der Bürger Bhaktapurs tiefgreifend prägt. Levy untersucht die Bedeutung der Gemeinschaft für die dort lebenden Menschen und zeigt auf, wie die religiösen Formen, die den Hinduismus in Südasien herausgefordert haben – Christentum und vor allem Islam –, dem Hinduismus als Organisationsprinzip für Städte wie Bhaktapur zutiefst entgegenstehen. „Mesokosmos“ ist ein bahnbrechender Beitrag zur Anthropologie, Sozial- und Religionsgeschichte sowie zu den Indien- und Nepalstudien.