Die Handlung spielt in einer ländlichen Stadt an der Golfküste von Mississippi. Wo die Linie blutet Der Roman erzählt die Geschichte der Zwillingsbrüder Joshua und Christophe, die zu Beginn der Handlung ihren Schulabschluss machen. Beide Jungen blicken mit gemischten Gefühlen auf ihr Erwachsenenleben. Joshua findet Arbeit als Hafenarbeiter am Golf von Mexiko, doch Christophe hat weniger Glück: Er findet keine Arbeit und versucht verzweifelt, die Armut seiner Familie zu lindern. Deshalb beginnt er, Drogen zu verkaufen. Joshua missbilligt dies, doch seine unbeholfene Sorge belastet die Beziehung der Zwillinge. Als ihr lange verschollener, drogensüchtiger Vater wieder auftaucht, provoziert er eine schockierende Konfrontation zwischen sich und den Brüdern – eine Konfrontation, die sie letztendlich entweder verdammen oder retten wird.
Wo die Linie blutet Unvergesslich ist die intensive Klarheit, mit der die zentralen Beziehungen dargestellt werden: die Liebe, aber auch die wachsende Spannung zwischen den Zwillingen; ihre Hingabe an die langsam schwächer werdende Großmutter, die sie aufgezogen hat, und das Pflichtgefühl, das sie ihr gegenüber empfinden; und vor allem der abwechselnde Schmerz, die Verwirrung, die Wut und die Sehnsucht, die sie für die Eltern empfinden, die sie verlassen haben – ihre Mutter für ein neues Leben in der Großstadt Atlanta und ihren Vater für Drogen, Gefängnis und noch schlimmere Erniedrigungen.
Jesmyn Ward wuchs selbst in einer kleinen Stadt in Mississippi nahe New Orleans auf, und dieses Buch lässt ihre tiefe Kenntnis und Liebe zu dieser Welt spürbar werden: schwarz, kreolisch, arm, drogengeplagt, aber getragen von starken Familienbanden und einem Gemeinschaftsgefühl, das Hoffnung und Fatalismus, Trauer und Triumph in Einklang bringt. Sie ist eine wichtige neue Stimme in der amerikanischen Literatur, die sich durch ihre schlichte, geduldige und vollkommen konzentrierte Aufmerksamkeit für die physischen Details ihrer Figuren und deren Leben auszeichnet.