Spanien in den 1990er Jahren wird von einer schwelenden Terrorkampagne der baskischen Separatistenorganisation ETA heimgesucht, deren regelmäßige Gräueltaten die trügerische Ruhe zerstören. Vor diesem Hintergrund wird der pensionierte britische Geheimdienstmitarbeiter Tomás Nevinson – der nun ein zurückgezogenes Leben in seiner Heimatstadt Madrid führt – von seinem zwielichtigen ehemaligen Führungsoffizier Bertram Tupra kontaktiert. Tupra bietet ihm an, ihn für einen letzten Auftrag zurückzuholen: ein Gefallen für Tupra, aus alter Verbundenheit, und zugleich ein Gefallen für einen einflussreichen spanischen Freund.
Seine Mission: sich in einer kleinen spanischen Stadt undercover einzuschleichen, um herauszufinden, welche der drei Frauen, die vor zehn Jahren dorthin gezogen sind, tatsächlich eine ETA-Terroristin ist, die von der IRA ausgeliehen wurde und nun auf der Flucht ist und dort inkognito lebt.
Alles an dem Auftrag ist undurchsichtig – von der Frage, für wen Nevinson genau arbeiten wird, bis hin zu der Frage, welche Art von „Gerechtigkeit“ er üben muss, sollte es ihm gelingen, eine der drei Frauen zu entlarven. Doch mit Mitte vierzig und angelockt von dem Reiz, wieder einmal im Zentrum des Geschehens zu sein, nimmt er den Job an.
Je näher er den drei Frauen kommt, desto schwieriger wird seine Aufgabe. Wie – oder wen – soll er sich zwischen ihnen entscheiden? Er ist mit jeder von ihnen eng verbunden, sei es als Geliebte, Kollegin oder Freund, und findet keinen Anhaltspunkt, um die Frage zu beantworten. Doch unter dem zunehmenden Druck seiner Auftraggeber muss er offenbar wählen und handeln …
In seinem letzten Roman, der vor seinem unerwarteten Tod im Jahr 2022 entstand, entwirft Javier Marías eine Welt, in der Recht und Unrecht sowie Gut und Böse unwiderruflich verschwimmen, und nimmt uns mit auf eine Reise von seltener und unvergesslicher Spannung.