Theben, das seit fünf Jahrtausenden ununterbrochen bewohnt ist und zeitweise die mächtigste Stadt im antiken Griechenland war, wurde von seinen bekannteren Rivalen Athen und Sparta in den Schatten gestellt.
Der Legende nach wurde die Stadt gegründet, als Kadmos Drachenzähne in die Erde säte und Krieger entsprangen, bereit, die junge Stadt nicht nur zu errichten, sondern sie auch gegen alle Angreifer zu verteidigen. Sie war der Geburtsort des Herkules und die Heimat der Sphinx, deren Rätsel Ödipus löste und so die thebanische Krone und die Witwe des Königs zur Frau gewann – ohne zu ahnen, dass diese seine Mutter Iokaste war.
Die Geschichte der Stadt ist ebenso reichhaltig wie ihre mythischen Ursprünge, von der Unterstützung der persischen Invasoren, als deren Kaiser Xerxes auszog, um das ägäische Griechenland zu erobern, bis hin zur Unterstützung Spartas – wie Theben eine Oligarchie – im Kampf gegen Perikles.
Das demokratische Athen wurde auf Befehl Alexanders des Großen völlig zerstört.
In „Theben: Die vergessene Stadt des antiken Griechenlands“ erweckt der gefeierte Altphilologe Paul Cartledge die Stadt auf lebendige Weise zum Leben und argumentiert, dass sie für unser Verständnis der Leistungen der alten Griechen – ob politisch oder kulturell – und damit auch für unsere eigene Kultur und Zivilisation von zentraler Bedeutung ist.