Vor vierzig Jahren veröffentlichten die israelischen Psychologen Daniel Kahneman und Amos Tversky eine Reihe bahnbrechender Studien, die unsere bisherigen Annahmen über Entscheidungsprozesse grundlegend veränderten. Ihre Arbeiten zeigten, wie das menschliche Gehirn systematisch Fehler macht, wenn es gezwungen ist, in unsicheren Situationen Urteile zu fällen. Ihre Forschung begründete die Verhaltensökonomie, revolutionierte die Big-Data-Analyse, förderte die evidenzbasierte Medizin, führte zu einem neuen Ansatz in der staatlichen Regulierung und ermöglichte einen Großteil der Arbeit von Michael Lewis. Kahneman und Tversky tragen wie kaum jemand sonst die Verantwortung für den starken Trend, der menschlichen Intuition zu misstrauen und sich auf Algorithmen zu verlassen.
Das Undoing-Projekt erzählt von der faszinierenden Zusammenarbeit zweier Männer, die das Format großer literarischer Figuren verkörpern. Sie wurden zu Helden an der Universität und auf dem Schlachtfeld – beide hatten bedeutende Karrieren im israelischen Militär – und ihre Forschung war eng mit ihren außergewöhnlichen Lebenserfahrungen verknüpft. Dabei haben sie möglicherweise die Sicht der Menschheit auf ihren eigenen Geist nachhaltig verändert.