Die ersten Entführungen ereigneten sich zweihundert Jahre zuvor. Manchmal wurden zwei Jungen, manchmal zwei Mädchen, manchmal je eines von jedem Geschlecht entführt. Auch wenn die Auswahl anfangs willkürlich schien, zeichnete sich bald ein klares Muster ab. Eines der Kinder war stets schön und brav, das Kind, das sich alle Eltern wünschten. Das andere war hässlich und seltsam, ein Außenseiter von Geburt an. Ein gegensätzliches Paar, aus der Jugendzeit gerissen und verschleppt.
Dieses Jahr werden die besten Freundinnen Sophie und Agatha endlich herausfinden, wohin all die verlorenen Kinder gelangen: in die sagenumwobene Schule für Gut und Böse, wo gewöhnliche Jungen und Mädchen zu Märchenhelden und -schurken ausgebildet werden. Als schönstes Mädchen in Gavaldon träumt Sophie schon ihr ganzes Leben davon, in eine verzauberte Welt entführt zu werden. Mit ihren rosa Kleidern, ihren gläsernen Pantoffeln und ihrem unermüdlichen Einsatz für gute Taten ist sie sich sicher, dass sie in der Schule für Gut Bestnoten erzielen und als Märchenprinzessin ihren Abschluss machen wird. Agatha hingegen, mit ihren formlosen schwarzen Kleidern, ihrer boshaften Hauskatze und ihrer Abneigung gegen fast jeden, scheint wie geschaffen für die Schule für Böse.
Doch als die beiden Mädchen in den Endlosen Wald geraten, wendet sich ihr Schicksal: Sophie landet in der Schule des Bösen, wo sie sich mit Entstellung, Todesflüchen und der Ausbildung zum Handlanger herumschlagen muss, während Agatha in der Schule des Guten unter gutaussehenden Prinzen und schönen Jungfrauen landet und Unterricht in Prinzessinnenetikette und Tierkommunikation erhält. Aber was, wenn dieser Irrtum in Wirklichkeit der erste Hinweis darauf ist, wer Sophie und Agatha wirklich sind…?