„Die Fehlbildung des Negers“ (1933) ist Woodsons bekanntestes Werk der schwarzen Sozialkritik, das Geschichte, Theorie und persönliche Erinnerungen vereint. Als Schüler und Lehrer erlebte Woodson die Verzerrungen des schwarzen Lebens in der Geschichte und Literatur, die in Schulen und Universitäten gelehrt wurden. Er erkannte einen Zusammenhang zwischen diesen Verzerrungen im Lehrplan und der Gewalt, die das Leben Schwarzer in der materiellen Welt prägte, und erklärte: „Es gäbe keine Lynchmorde, wenn sie nicht im Klassenzimmer begännen.“ Woodsons Hauptaugenmerk lag auf den Auswirkungen der vorherrschenden Schulmethoden auf die schwarze Jugend. Dieser systematische Prozess der Fehlbildung untergrub den Kampf Schwarzer für Freiheit und Gerechtigkeit, eine Erfahrung, die Wissenschaftler vor und nach Woodson erkannten und zu bekämpfen suchten.
Woodson argumentierte, dass Schüler, Lehrer und Führungskräfte so ausgebildet werden müssten, dass sie den Erfahrungen und der gelebten Realität der Schwarzen Bevölkerung in Vergangenheit und Gegenwart gerecht würden. Diese Ausgabe enthält einen Anhang mit ausgewählten Briefen und Artikeln von Woodson sowie Empfehlungen für weiterführende Literatur.