Ein tiefer Einblick in das Verständnis der Beziehungen zwischen Indien und China
Warum führten Indien und China 1962 Krieg? Was trieb Jawaharlal Nehrus „Vision“ von China an? Warum ist es notwendig, das transhimalayische Machtspiel Indiens und Chinas in der Gründungsphase ihrer Nationalstaaten zu verstehen? Die Vergangenheit prägt die Gegenwart in dieser Beziehung und beeinflusst die aktuellen politischen Optionen bis heute maßgeblich die öffentliche Debatte in Indien.
Nirupama Rao, ehemalige indische Außenministerin, entwirrt die äußerst komplexe Geschichte der frühen Jahre der indisch-chinesischen Beziehungen. Als erfahrene Diplomatin stützt sich Rao in ihrer Darstellung nicht nur auf Archivmaterial aus Indien, China, Großbritannien und den USA, sondern auch auf ihre profunden Kenntnisse Chinas, wo sie als indische Botschafterin tätig war. Darüber hinaus beleuchtet sie mit dem scharfen Blick einer Expertin das Labyrinth der Verhandlungen und offiziellen Interaktionen zwischen den beiden Ländern von 1949 bis 1962.
„Der zerbrochene Himalaya“ untersucht die Wendepunkte, an denen die diplomatischen Beziehungen zwischen diesen beiden Nationen eine Kurskorrektur hätten erfahren können, diese aber nicht erreichten. Im Mittelpunkt steht die strategische Zwickmühle, die Tibet in den Beziehungen zwischen Indien und China darstellte – eine Zwickmühle, die noch lange nicht gelöst ist. Die Tibet-Frage ist eng mit dieser Geschichte verwoben. Das Buch beleuchtet zudem die Schlüsselfiguren – Jawaharlal Nehru, Mao Zedong, Zhou Enlai und den 14. Dalai Lama – und ihr Zusammenspiel in den darauffolgenden Jahren, die sich Schritt für Schritt dem Konflikt von 1962 näherten.