John James Audubon (1785-1851) war ein halbes Jahrhundert lang Amerikas führender Tierillustrator. Sein wegweisendes Werk „Birds of America“, eine Sammlung von 435 lebensgroßen Drucken, ist immer noch ein Standardwerk, und der Name Audubon bleibt weltweit ein Synonym für Vögel und Vogelschutz. Als unehelicher Sohn eines französischen Seekapitäns auf Haiti geboren, wuchs er in Frankreich auf und segelte im Alter von 18 Jahren nach Amerika, wo er ein Geschäft begann und seine Vogelstudien aufnahm. 1819 wurde er kurzzeitig wegen Insolvenz inhaftiert; ohne andere Perspektiven machte er sich auf seine epische Suche, Amerikas Vogelwelt darzustellen, nur mit seiner Waffe, Künstlermaterialien und einem jungen Assistenten. Er trieb den Mississippi hinunter und führte ein raues Leben von der Hand in den Mund, während seine hingebungsvolle Frau Lucy als Lehrerin für wohlhabende Plantagenfamilien Geld verdiente. 1826 segelte er mit seiner teilweise fertigen Sammlung nach England. Als „amerikanischer Waldmensch“ gefeiert, traf er genau den richtigen romantischen Ton der Zeit und war über Nacht erfolgreich, indem er Drucker für sein Buch zuerst in Edinburgh, dann in London fand. Es war eine klassische amerikanische Geschichte des Triumphs über Widrigkeiten. Hier finden sich lebendige „Vogelbiografien“, seine Korrespondenz mit Lucy, Tagebuchberichte über seine dramatischen Flussreisen und Jagdausflüge mit den Osage-Indianern sowie eine großzügige Auswahl kurzer Geschichten, die lange vergriffen waren, darunter „The Burning of the Forests“ und „Kentucky Barbecue on the Fourth of July“. Der Audubon Reader ist eine unvergessliche Begegnung mit dem frühen Amerika: mit seiner Tierwelt und seinen Vögeln, mit seinen Menschen und seiner ursprünglichen Wildnis.