In ihrer wunderbar einfühlsamen Darstellung zweier junger Frauen, die sich lieben, liefert „ Verstand und Gefühl“ die Antwort für all jene Kritiker und Leser, die Jane Austens Romane trotz ihrer formalen und stilistischen Perfektion als gefühlsarm bezeichnen. Die beiden Heldinnen – so grundverschieden – durchleben beide heftigste Leidenschaften, als sie von den Männern getrennt werden, die sie lieben.
Was sie unterscheidet und diesem außergewöhnlichen Buch seine Komplexität und Brillanz verleiht, ist die Art und Weise, wie jede ihr Leid ausdrückt: Marianne – jung, ungestüm, leidenschaftlich – verfällt in tiefe Traueranfälle, als sie von dem charmanten John Willoughby zurückgewiesen wird; während ihre Schwester Elinor – weiser, vernünftiger, beherrschter – ihre Verzweiflung verbirgt, als sich herausstellt, dass Edward Ferrars die kleinliche und gerissene Lucy Steele heiraten wird.
Natürlich endet alles glücklich – aber erst, nachdem Elinors „Sinn“ und Mariannes „Sensibilität“ gleichermaßen dazu beigetragen haben, das tiefgründige Gefühlsleben zu enthüllen, das unter der Oberfläche von Jane Austens makelloser und unwiderstehlicher Kunst liegt.