„Toni Morrison war der Leitstern, der uns inspirierte.“ – Bernadine Evaristo
Twyla und Roberta kennen sich seit ihrem achten Lebensjahr, als sie in einem Mädchenheim als Zimmergenossinnen zusammengepfercht wurden. Damals unzertrennlich, verlieren sie mit der Zeit den Kontakt, nur um sich später in einem Restaurant, einem Supermarkt und schließlich bei einer Demonstration wiederzutreffen. Die beiden Frauen scheinen in jeder Hinsicht gegensätzliche Positionen einzunehmen, doch trotz ihrer Konflikte ist die tiefe Verbundenheit, die ihre gemeinsamen Erlebnisse zwischen ihnen geknüpft haben, unbestreitbar.
Recitatif lässt die ethnische Zugehörigkeit von Twyla und Roberta im Verlauf der Geschichte im Unklaren. Wir wissen, dass die eine weiß und die andere schwarz ist, aber wer ist wer? Und wer hat Recht mit seiner Einschätzung der ethnischen Zugehörigkeit der Frau, die die Mädchen im Waisenhaus gequält haben?
Diese Geschichte ist eine meisterhafte Auseinandersetzung mit dem, was uns verbindet und was uns trennt, mit der Frage nach Herkunft und den Beziehungen, die unser Leben prägen. Mit einer neuen Einleitung von Zadie Smith ist sie heute so packend und relevant wie eh und je, fast vierzig Jahre nach ihrer Erstveröffentlichung.