In diesem Roman des Literaturnobelpreisträgers von 2012, Mo Yan, lauscht ein gütiger alter Mönch den Erzählungen eines angehenden Novizen über Verderbtheit, Gewalt und fleischfressende Exzesse, während sich ein nettes kleines Familiendrama entfaltet – in dem fast alle sterben. Doch in dieser Geschichte von scharfen Beilen, ungenießbarem Wasser und einem rostigen Mörser aus dem Zweiten Weltkrieg müssen wir einfach lachen. Mo Yans „ POW!“ erinnert an die Romane düsterer Meister des europäischen Absurdismus wie Günter Grass, Witold Gombrowicz oder Jakov Lind und ist ein komisches Meisterwerk.
In diesem bizarren Streifzug durch die chinesische Landschaft verwöhnt uns der Autor mit einer Fülle an zubereitetem Tierfleisch – Strauß, Kamel, Esel, Hund sowie den gängigeren Sorten. Während seine beiden Erzählstränge ineinanderfließen und sich gegenseitig ergänzen und erhellen, ergründet Mo Yan den Charakter und Lebensstil des modernen Chinas. Mit seinem vielseitigen Talent als Fabulierer, Geschichtenerzähler, Fäkalexperte, Meister der Anspielung und des Klischees und vielem mehr zieht „POW!“ den Leser rasant, hungrig und berauschend mit auf eine Reise bis zu seinem überraschenden Ende.
Mo Yan gilt als einer der bedeutendsten Romanciers der modernen chinesischen Literatur, und die New York Times Book Review lobte sein Werk als rau und schonungslos, derb und witzig. Er schreibt umfangreiche, mitunter rätselhafte, mitunter ärgerliche, aber stets unterhaltsame Romane – und „POW!“ bildet da keine Ausnahme.