Das berühmte Geständnis von Alexander Portnoy, dessen Leben von seiner unstillbaren Sexualität getrieben, gleichzeitig aber von den eisernen Fesseln seiner unvergesslichen Kindheit zurückgehalten wird. Urkomisch, schonungslos intim und verblüffend offenherzig – „ Portnoys Beschwerden“ wurde nach seinem Erscheinen 1969 sofort zum Bestseller und ist wohl Roths bekanntestes Buch.
Portnoys Beschwerde n. [nach Alexander Portnoy (1933–)] Eine Störung, bei der stark empfundene ethische und altruistische Impulse in einem ständigen Konflikt mit extremen, oft perversen sexuellen Sehnsüchten stehen. Spielvogel schreibt: „Exhibitionismus, Voyeurismus, Fetischismus, Autoerotik und Oralverkehr sind häufig; aufgrund der ‚Moral‘ des Patienten führen jedoch weder Fantasie noch Handlung zu echter sexueller Befriedigung, sondern vielmehr zu überwältigenden Schamgefühlen und der Angst vor Vergeltung, insbesondere in Form von Kastration.“ (Spielvogel, O. „Der verwirrte Penis“, Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 1999, 1999) (Band XXIV, S. 909.) Spielvogel ist der Ansicht, dass viele der Symptome auf die Bindungen in der Mutter-Kind-Beziehung zurückzuführen sind.