Matilda ist ein kleines Mädchen, das fast zu gut ist, um wahr zu sein. Mit fünfeinhalb Jahren löst sie mühelos zweistellige Multiplikationsaufgaben und verschlingt Dickens-Romane. Noch erstaunlicher ist, dass ihre Klassenkameraden sie lieben, obwohl sie eine absolute Streberin und der Liebling der Lehrerin ist. Doch in Matildas Welt ist nicht alles perfekt. Da wären zunächst einmal ihre Eltern, die zu den dümmsten und egozentrischsten gehören, die je gelebt haben. Und dann ist da noch die riesige, üppige Schuldirektorin, Frau „Die“ Trunchbull, eine ehemalige Hammerwurf-Meisterin, die Kinder nach Belieben durch die Luft schleudert und ungefähr so sympathisch ist wie ein Bulldozer. Zum Glück für Matilda besitzt sie die nötigen inneren Ressourcen, um mit solchen Ärgernissen fertigzuwerden: erstaunliche Intelligenz, unerschütterliche Geduld und einen angeborenen Rachedurst.
Sie wärmt sich mit ein paar Streichen auf, die ihren ahnungslosen Eltern gelten, doch die wahre Bewährungsprobe kommt, als sie ihre Lehrerin, die liebenswerte Miss Honey, gegen den teuflischen Trunchbull verteidigt. Es besteht kein Zweifel daran, dass Matilda am Ende gewinnen wird. Trotzdem ist diese wunderbare Geschichte alles andere als vorhersehbar. Roald Dahl, der die Handlung nicht nur fantasievoll vorantreibt, sondern auch ein untrügliches Gespür für emotionale Wahrheiten hat, schließt den Leser ins Herz. Denn neben all ihren anderen Talenten besitzt Matilda echte Gefühle.