Dieser Band, der erste einer neuen Reihe zu Regierungsführung, Konflikten und zivilgesellschaftlichem Engagement in Südasien, konzentriert sich auf die größeren Länder Südasiens – Pakistan, Indien, Bangladesch, Sri Lanka und insbesondere Nepal. Die 15 Essays analysieren Demokratie sowohl als Prozess als auch als Wert. Sie untersuchen zudem ethnografisch detailliert, wie Demokratie in Südasien tatsächlich gelebt wird, und gehen dabei weit über konventionelle politische Strukturen hinaus. Im Fokus stehen Konfliktlösung, die Rhetorik der Entwicklungshilfe, ethnische Organisationen, maoistische Praktiken der Lokalverwaltung, der Widerstand der Dalits und vieles mehr. Viele der im nepalesischen Kontext eingehend analysierten Prozesse weisen Parallelen in anderen südasiatischen Ländern auf. Indem die politischen und sozialen Prozesse Nepals fest in ihren südasiatischen Kontext eingebettet werden, zeigt sich, dass die aktuelle politische Krise in Nepal weder so radikal neu und andersartig noch so unlösbar ist, wie es zunächst scheinen mag. Gleichzeitig verdeutlicht der Blick aus den Randgebieten Südasiens, in welchem Maße sich Indien von den traditionellen, kastenbasierten Patron-Klient-Strukturen entfernt hat, die einst das politische Handeln dort prägten. Der Band leistet einen wichtigen Beitrag zur Erforschung der Funktionsweise lokaler Demokratie in Südasien und ist für Politikwissenschaftler, Soziologen, Anthropologen und Entwicklungsexperten von Interesse.