Khalil, ein 23-jähriger Belgier marokkanischer Abstammung, plant am 13. November 2015, vor dem Stade de France einen Sprengstoffgürtel in der Menge zu zünden. Explosionen erschüttern Paris, Cafés und das Bataclan-Theater. Als weitere Bomben die Stadionbesucher in Richtung der Metro treiben, ist sein Moment gekommen. Er drückt den Knopf – und … nichts passiert. Aus Angst, bei seiner Mission für Fraternel Solidarity (FS), einem Ableger des IS, gescheitert zu sein, bleibt Khalil nichts anderes übrig, als sich unter die potenziellen Opfer zu mischen und zu fliehen. Zurück in Belgien muss er untertauchen und seine Mitstreiter sowie die Behörden meiden. Er findet Unterschlupf bei Familie und Freunden, doch er verschweigt die Wahrheit über sich. Währenddessen sinniert er darüber, was er beinahe getan hätte und was er als Nächstes tun wird – insbesondere, als sich herausstellt, dass seine Weste die ganze Zeit über versehentlich eine harmlose Trainingseinheit gewesen war und FS eine neue Mission für ihn geplant hat.
In diesem gewagten, packenden Thriller entführt Yasmina Khadra die Leser an den Rand der glitzernden Hauptstädte Europas, in Viertel, die von staatlicher Vernachlässigung und der Apathie der Bevölkerung, wenn nicht gar von offenem Rassismus, isoliert sind. Sie erweckt einen ungewöhnlichen Protagonisten zum Leben, einen jungen Mann, der mit Familie, Religion und Politik ringt, schicksalhafte Entscheidungen trifft und damit drängende Fragen über Gesellschaft und menschliche Natur aufwirft.