Vom preisgekrönten Autor des für den Booker-Preis nominierten Romans „We Need New Names“ stammt dieser mitreißende Roman über den Fall eines repressiven Regimes und das Chaos und die Chancen, die sich daraus ergeben.
NoViolet Bulawayos kühner neuer Roman erzählt vom Sturz des „Alten Pferdes“, des langjährigen Herrschers eines fiktiven Landes, und dem darauffolgenden Drama für eine ungestüme Tiernation auf dem Weg zur wahren Befreiung. Inspiriert vom unerwarteten Sturz Robert G. Mugabes, des fast vier Jahrzehnte amtierenden Präsidenten Simbabwes, durch einen Staatsstreich im November 2017, schildert „Glory“ den Zerfall eines Landes, erzählt aus der Perspektive eines Chors von Tierstimmen. Diese enthüllen die Skrupellosigkeit, die nötig ist, um die Illusion absoluter Macht aufrechtzuerhalten, und die Vorstellungskraft und den unerschütterlichen Optimismus, um sie vollständig zu stürzen. Indem Bulawayo die Leser in den Alltag einer Bevölkerung im Umbruch eintauchen lässt, offenbart sie die schillernde Lebenskraft und den unwiderstehlichen Witz, die unter der Oberfläche scheinbar trostloser Umstände verborgen liegen.
Im Zentrum dieses Tumults steht Destiny, eine junge Ziege, die nach Jidada zurückkehrt, um Zeugin der Revolution zu werden – und um die inoffizielle Geschichte und das mögliche Vermächtnis der Frauen zu erzählen, die hier im Stillen die Fäden gezogen haben. Das Tierreich – seine Verbindung zu unseren Urinstinkten und seine Resonanz in der Mythologie, den Volkssagen und Märchen, die Kulturen weltweit prägen – entlarvt die Surrealität der gegenwärtigen globalen Politik und hilft uns, unsere Welt klarer zu verstehen, selbst während Bulawayo uns mitten aus ihr herausreißt.
Obwohl Simbabwe die unmittelbare Inspiration für diese packende Geschichte lieferte, entstand „Glory“ in einer Zeit globaler Unruhen, als Widerstandsbewegungen weltweit gegen verschiedene Formen der Unterdrückung kämpften. So wirkt es oft, als vereine Bulawayo mehrere Orte in einer einzigen, mitreißenden Allegorie und kristallisiere einen Wendepunkt der Geschichte mit jener Tiefe und Nuance heraus, die nur die größte Fiktion vermag.