Migration war schon immer ein prägendes Merkmal der nepalesischen Gesellschaft. Bereits vor einem Jahrtausend wanderten Angehörige der Khas, Brahmanen und verwandter Dienstkasten durch die Ausläufer des Himalaya nach Süden und Osten. Mit dem Bevölkerungswachstum zogen Nepalesen aller Herkunftsschichten unaufhörlich weiter auf der Suche nach neuem Ackerland und neuen Chancen, oft ermutigt von lokalen Gemeinschaften, Stammesführern und dem Staat. Im späten 19. und 20. Jahrhundert setzte sich dieser Prozess vom heutigen Nepal aus ostwärts bis in den Nordosten Indiens und darüber hinaus fort. In den letzten dreißig Jahren haben internationale Arbeitsmigration sowie Migration infolge von Hochschulbildung die Siedlungsmuster von Nepalesen außerhalb ihrer Heimat grundlegend verändert. Der vorliegende Band behandelt die vielfältigen Kontexte – von den USA bis zum Golf, von Indien bis Myanmar und Singapur –, in denen sich zahlreiche Nepalesen niedergelassen haben oder langfristig arbeiten. Zusammengenommen und nach Siedlungsregionen geordnet, …
Die Beiträge dieses Buches bieten einen umfassenden Überblick über die nepalesische Diaspora weltweit in ihrem jeweiligen Kontext. Das verbindende Thema des Bandes ist die Untersuchung des Prozesses der „Ethnogenese“ oder der Entstehung starker ethnischer Identitäten. Die Autoren analysieren, wie sich solche Identitäten in der großen Diaspora leichter festigen als im Heimatland.