Gebundene Ausgabe
Am 21. November 2007 kam das öffentliche Leben in Kalkutta jäh zum Erliegen, als ein wütender Mob religiöser Fanatiker die Straßen bevölkerte. Bewaffnet mit einer Fatwa ihrer Ideologen forderte der Mob Taslima Nasrin auf, die Stadt unverzüglich zu verlassen. Während die Polizei tatenlos zusah, beschloss die moralisch, intellektuell und politisch bankrotte Linksfront-Regierung, die unter der Last ihrer dreißigjährigen, rückwärtsgewandten Herrschaft wankte, ihr Buch zu verbieten und sie aus der Stadt zu vertreiben, die sie stets als ihre zweite Heimat betrachtet hatte.
Dieses untrennbare Geflecht aus kleinlichen politischen Intrigen, Stimmenfang und Minderheitenpolitik führte dazu, dass Taslima überstürzt erst nach Jaipur und dann nach Delhi gebracht, in einem abgelegenen Versteck festgehalten und von hochrangigen Beamten und Politikern unaufhörlich unter Druck gesetzt wurde, Indien zu verlassen. Vor dem Hintergrund zunehmenden Fundamentalismus und Intoleranz ist „Exil“ eine bewegende und erschütternde Chronik von Taslima Nasrins siebenmonatigem Kampf in Indien. Düster, provokant und mitunter surreal, wird das Buch die Leser im aktuellen soziopolitischen Kontext stark berühren.