Im vergangenen Jahrzehnt durchlief Nepal wohl einen der kühnsten politischen Umbrüche Südasiens. Identitätsbasierte Politik brachte lange marginalisierte Bevölkerungsgruppen in die Mitte der Gesellschaft und stürzte das Bollwerk des nepalesischen Nationalismus – die hinduistische Monarchie. Doch der Veränderungsprozess scheiterte immer wieder, und Nepals fragiles politisches System, unter dem Druck verschiedener Kräfte, zerfiel zunehmend: Die erste Verfassungsgebende Versammlung scheiterte an der Ausarbeitung einer Verfassung; die Maoisten, die den Wandel mit einem bewaffneten Aufstand auslösten und einst Hoffnung verkörperten, wurden in ebendiese politische Kultur integriert, die sie einst bekämpften; endlose politische Verhandlungen lähmten chronisch die notwendigen Regierungsinitiativen zur Lösung der Probleme Nepals; und Indien, der mächtige Nachbar des Landes, spielte eine übermächtige Rolle in der nationalen Politik und entschied sich in entscheidenden Momenten entweder einzugreifen oder sich herauszuhalten.
In seiner umfassenden Analyse all dieser Aspekte deckt Prashant Jha ein weites Feld ab – von den Machtzentren in Kathmandu und Neu-Delhi bis hin zu den Regionen Tarai – und entwirft eine Erzählung, die in ihrem Überblick ebenso umfassend wie in der detaillierten Schilderung der alltäglichen Politik ist. Ein beispielloser Bericht über die Wiedergeburt einer Nation.
„Battles of the New Republic“ feiert die Vertiefung der Demokratie, beklagt das Scheitern eines Traums und sucht Antworten auf ein grundlegendes politisches Dilemma: Wer übt die Macht aus, zu welchem Zweck und zum Nutzen wessen?