„Antarctica“ von Claire Keegan ist eine großartige, kalte Kurzgeschichtensammlung, die eine Welt erkundet, in der Träume, Erinnerungen und Zufall verheerende Folgen für die Beteiligten haben können.
Vom Autor des für den Booker-Preis nominierten Romans „Small Things Like These“.
Von der Eröffnungsgeschichte über eine verheiratete Frau, die mit einem einzigen Ziel vor Augen in die Stadt reist – um mit einem anderen Mann zu schlafen –, bis hin zu der Geschichte, die sie einleitete:
Die Antarktis entführt den Leser in eine Welt voller Besessenheit, Verrat und zerbrechlicher Beziehungen. In „Hausbesuche“ erwacht Cordelia am letzten Tag des 20. Jahrhunderts und macht sich auf den Weg entlang der Küstenstraße, um ihr Treffen mit ihrem Geliebten wahrzunehmen, auf das sie neun Jahre lang gewartet hat. In „Die singende Kassiererin“ besucht ein Postbote zwei Schwestern mit fischigen Geschenken in der Hoffnung, dass ihnen im Gegenzug etwas Gutes widerfährt. Eine der bewegendsten und zugleich verstörendsten Geschichten der Sammlung, „Passsuppe“, erzählt von Frank Corso, der allein grüne Tomaten und Speck isst und um das Verschwinden seiner neunjährigen Tochter trauert: „An diesem späten Abend war sie noch da, und dann war sie weg.“ Keegans Figuren leben in einer Welt, in der Träume, Erinnerungen und Zufall verheerende Folgen für die Beteiligten haben können. Mitfühlend, witzig und beunruhigend.
Die Antarktis ist eine Sammlung, die man genießen sollte.