Der Paramārthasāra, oder „Essenz der höchsten Wirklichkeit“, ist ein Werk des kaschmirischen Universalgelehrten Abhinavagupta (10.–11. Jahrhundert). Es handelt sich um eine kurze Abhandlung, in der der Autor die Lehre darlegt, deren bedeutender Vertreter er ist: den nicht-dualistischen Śaivismus, den er in seinen Werken als Trika oder „Triade“ der drei Prinzipien bezeichnet: Śiva, Śakti und die verkörperte Seele (Nara).
Das Hauptinteresse des Paramārthasāra liegt nicht nur darin, dass es als Einführung in die etablierte Lehre einer Tradition dient, sondern auch darin, den Begriff der Jivamukti, der „Befreiung in diesem Leben“, als Kernthema zu vertreten. Darüber hinaus beschränkt es sich nicht auf die bloße Darlegung der Lehre, sondern deutet mitunter eine zweite, dem offensichtlichen Sinn zugrunde liegende Bedeutung an, nämlich esoterische Techniken und Praktiken, die den Kern des philosophischen Diskurses bilden. Sein Kommentator Yogarāja (11. Jahrhundert) zeichnet sich durch die Erkennung und Erläuterung dieser verschiedenen Bedeutungsebenen aus. „Einführung in die tantrische Philosophie“ präsentiert neben einem kritisch überarbeiteten Sanskrit-Text die erste kommentierte englische Übersetzung sowohl von Abhinavaguptas Paramārthasāra als auch von Yogarājas Kommentar.
Dieses Buch dürfte für Indologen ebenso interessant sein wie für Spezialisten und Studenten der Religionswissenschaft, der Tantra-Studien und der Philosophie.