Ruskin Bond bemerkte einmal, dass er zwar nicht an Geister glaube, sie aber ständig sehe – im Wald, in einer Bar, in einer Menschenmenge vor einem Kino. Kein Wunder also, dass in seinen Geschichten Geister, Dschinns, Hexen – und das ein oder andere Monster – genauso real sind wie die Menschen, über die er schreibt. Er lässt das Übernatürliche völlig natürlich erscheinen und macht es dadurch schwerer zu ignorieren. Diese Sammlung vereint alle paranormalen Erzählungen von Ruskin Bond aus fünf Jahrzehnten. Sie beginnt mit seiner wohl bekanntesten Geschichte, dem unvergesslichen „Ein Gesicht im Dunkeln“, das in einem Kiefernwald bei Simla spielt, und endet mit der schockierend makabren „Nacht des Jahrtausends“, deren Schauplatz ein verlassener Friedhof ist. Dazwischen finden sich Geschichten über Affen und ein Rudel Hunde, die von den Toten auferstehen, eine ältere Dame, die sich nach Einbruch der Dunkelheit in eine Hexe verwandelt, einen Schuljungen, der mit dem Fahrrad die Landstraße auf und ab fährt, auf der er getötet wurde, und Kiplings Geist im Londoner Victoria and Albert Museum. Die Sammlung umfasst 28 klassische Erzählungen, die von gruselig bis skurril reichen – denn auch das Übernatürliche hat seine humorvolle Seite. „Ein Gesicht im Dunkeln und andere Spukgeschichten“ ist die perfekte Lektüre für den Nachttisch, wenn der Mond scheint.