„Rakta Kunda“, was so viel wie „Blutlache“ bedeutet, ist ein nepalesischer Roman des Journalisten Krishna Abiral. Basierend auf den Berichten über die realen Ereignisse des Königsmassakers von 2001 versucht der Roman, den Kontext und die Hintergründe sowie die Geschehnisse vor, während und nach dieser grausamen Tat zu beschreiben und zu erklären.
Die Geschichte basiert auf einem Gespräch mit einem Mutter-Tochter-Gespann, das als Dienstmädchen für Königinmutter Ratna Rajya Laxmi bzw. die frühere Königin Komal tätig war. Sicherheitshalber bezeichnete der Autor das Buch als Roman, obwohl alles darin Geschriebene der Wahrheit entspricht. Er interviewte die beiden Frauen und überprüfte ihre Antworten und Schilderungen mit Aussagen anderer Palast- und Sicherheitsbeamter.
Das Buch schildert die Ereignisse vor und während des Massakers, das angeblich vom damaligen Kronprinzen Dipendra angeordnet wurde, weil er Streit mit seiner Mutter, der damaligen Königin Aishwarya, hatte. Obwohl die Bevölkerung Nepals und die Weltöffentlichkeit glauben, dass der Kronprinz das Massaker in Auftrag gegeben hat, legt das Buch etwas anderes nahe. Es behauptet, der Kronprinz sei unschuldig beschuldigt worden und die Morde hätten selbst dann noch weitergegangen, nachdem er sich selbst in die Brust geschossen hatte und zu Boden gefallen war. Auch das Fehlen von Schusswaffen in der Nähe seiner Leiche deutet auf andere Hintergründe hin. Das Buch beschreibt zudem, was die Mitglieder der königlichen Familie und ihre Gäste zum Zeitpunkt der Tragödie taten.
Das Buch enthüllt zahlreiche Geheimnisse des Palastes und der königlichen Familien, nicht nur jener schicksalhaften Nacht, sondern auch jener, die sich Jahre zuvor unter König Mahendra und König Tribhuvan zugetragen haben. Es schildert zudem die Verfehlungen der vorherigen Könige und beleuchtet die negativen Aspekte der nepalesischen Königsfamilie.
Der Roman erschien erst einige Jahre nach dem Massaker, da sowohl der Informant als auch der Autor um ihre Sicherheit fürchteten. „Rakta Kunda“ von Krishna Abiral ist eine lohnende Lektüre für alle, die wissen möchten, was in jener Nacht im Jahr 2001 geschah. Das Rätsel bleibt jedoch weiterhin ungelöst, obwohl das Buch viele bisher unbekannte Geschichten und Berichte über jene Nacht ans Licht bringt.