Eine systematische Untersuchung des Wachstums in Natur und Gesellschaft, von winzigen Organismen bis hin zu den Entwicklungslinien von Imperien und Zivilisationen.
Wachstum ist seit jeher ein unausgesprochenes und zugleich ein explizites Ziel unseres individuellen und kollektiven Strebens. Es bestimmt das Leben von Mikroorganismen und Galaxien; es prägt die Leistungsfähigkeit unseres außergewöhnlich großen Gehirns und den Erfolg unserer Volkswirtschaften. Wachstum manifestiert sich im jährlichen Zuwachs der Kontinentalkruste, im steigenden Bruttoinlandsprodukt, im Wachstumsverlauf eines Kindes und in der Ausbreitung von Krebszellen. In diesem meisterhaften Werk bietet Václav Smil eine systematische Untersuchung des Wachstums in Natur und Gesellschaft, von winzigen Organismen bis hin zu den Entwicklungslinien von Imperien und Zivilisationen.
Smil führt die Leser von bakteriellen Invasionen über den Stoffwechsel von Tieren bis hin zu Megastädten und der globalen Wirtschaft. Er beginnt mit Organismen, deren Größe von mikroskopisch klein bis enorm reicht, und betrachtet krankheitserregende Mikroben, den Anbau von Grundnahrungsmitteln und das menschliche Wachstum von der Kindheit bis zum Erwachsenenalter. Er untersucht die Entwicklung von Energieumwandlungen und von Menschenhand geschaffenen Objekten, die wirtschaftliche Aktivitäten ermöglichen – Entwicklungen, die für die Zivilisation unerlässlich waren. Schließlich betrachtet er das Wachstum komplexer Systeme, beginnend mit dem Bevölkerungswachstum und weiterführend mit dem Wachstum von Städten. Er erörtert die Herausforderungen bei der Nachverfolgung des Wachstums von Imperien und Zivilisationen und erklärt, dass wir das Wachstum von Organismen über individuelle und evolutionäre Zeiträume hinweg nachzeichnen können, der Fortschritt von Gesellschaften und Volkswirtschaften jedoch nicht so linear verläuft und sowohl Niedergang als auch Erneuerung umfasst. Der Verlauf der modernen Zivilisation, angetrieben von den widerstreitenden Erfordernissen materiellen Wachstums und den Grenzen der Biosphäre, bleibt laut Smil ungewiss.